Vaterschaftsfeststellung

Unehelich geborene Kinder

Laut § 149 ABGB hat der gesetzliche Vertreter/die gesetzliche Vertreterin des Kindes (das ist zumeist die Mutter) dafür zu sorgen, dass die Vaterschaft festgestellt wird, es sei denn, dass die Feststellung der Vaterschaft für das Wohl des Kindes nachteilig ist oder die Mutter von ihrem Recht, den Namen des Vaters nicht bekannt zu geben, Gebrauch macht.

Der Kinder- und Jugendhilfeträger - in Wien die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MAG ELF) - ist gesetzlich verpflichtet die Mutter darauf aufmerksam zu machen, welche Folgen es hat, wenn die Vaterschaft zum Kind nicht festgestellt wird, und ihr Hilfe bei der Wahrnehmung der Rechte des Kindes anzubieten. So hat das Kind ohne Feststellung der Vaterschaft gegenüber dem Vater keinen Unterhaltsanspruch und kein gesetzliches Erbrecht.

Freiwillige Vaterschaftsanerkennung

Wird ein Kind geboren, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind oder ist der Ehemann der Mutter nicht der Vater des Kindes, kann der leibliche Vater durch eine persönliche Erklärung die Vaterschaft anerkennen. Die Erklärung kann erfolgen:

Die dafür zuständigen Behörden sind:

Die Erklärung kann bei den zuständigen Stellen persönlich zu Protokoll gegeben werden. Wirksam wird das Anerkenntnis erst, wenn die Urkunde oder die beglaubigte Abschrift dem zuständigen Standesamt zukommt.

Mutter und Kind können beim Pflegschaftsgericht gegen das Vaterschaftsanerkenntnis Widerspruch erheben, und zwar innerhalb von zwei Jahren ab Kenntnis der rechtswirksamen Anerkennung der Vaterschaft. Diese Zweijahres-Frist ist jedoch bis zum 18. Geburtstag des Kindes gehemmt. Das heißt, dass solange das Kind minderjährig ist, ein Widerspruch auch später als zwei Jahre nach dem Vaterschaftsanerkenntnis möglich ist.

Antrag auf gerichtliche Feststellung der Vaterschaft

Erkennt ein Mann die Vaterschaft zu einem Kind nicht freiwillig an oder kommen mehrere Männer als Vater in Frage, so kann bei dem für den Wohnort des Kindes zuständigen Bezirksgericht Antrag auf Feststellung der Vaterschaft eingebracht werden. Das Recht, einen Antrag auf Feststellung der Vaterschaft zu stellen haben:

Auf Antrag des Kindes kann der Mann als Vater festgestellt werden, welcher der Mutter innerhalb von nicht mehr als 300 und nicht weniger als 180 Tagen vor der Geburt beigewohnt hat oder mit dessen Samen an der Mutter in diesem Zeitraum eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung durchgeführt worden ist, es sei denn, er weist nach, dass das Kind nicht von ihm abstammt. Das Kind kann die Feststellung seiner Abstammung auch beantragen, wenn die Vaterschaft eines anderen Mannes bereits feststeht.

Ist die Vaterschaft zum Kind festgestellt und heiraten Vater und Mutter des Kindes später, so wird das Kind zum Zeitpunkt der Eheschließung seiner Eltern ehelich.

Ehelich geborene Kinder

Bekommt eine Frau in aufrechter Ehe ein Kind, so gilt der Ehemann kraft Gesetz als Vater des Kindes. Als ehelich gilt ein Kind auch, wenn es nicht mehr als 300 Tage nach dem Tod des Ehemannes der Mutter geboren wird.

Wird ein Kind innerhalb von 300 Tagen nach Scheidung oder Aufhebung der Ehe geboren, so wird es ehelich, wenn der frühere Ehemann der Mutter die Vaterschaft anerkennt oder durch das Gericht als Vater festgestellt
wird.

Bestreitung der ehelichen Geburt

Stammt ein Kind, das während der Ehe der Mutter oder vor Ablauf von 300 Tagen nach dem Tod des Ehemanns der Mutter geboren worden ist, nicht von diesem ab, so hat das Gericht dies auf Antrag festzustellen. Der Antrag kann entweder vom Kind gegen den Mann oder von diesem gegen das Kind gestellt werden, dies muss binnen zwei Jahren ab Kenntnis der hiefür sprechenden Umstände passieren.

Die Vaterschaft zu einem unehelichen Kind wird entweder durch freiwillige Anerkennung durch den Vater oder durch gerichtlichen Beschluss festgestellt.

Medizinisch unterstützte Fortpflanzung

Eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung ist nach den Bestimmungen des Fortpflanzungsmedizingesetzes in einer Ehe, eingetragenen Partnerschaft und in Lebensgemeinschaften möglich. Ist die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet, so gilt der Ehemann/die eingetragene Partnerin der Mutter als Vater/anderer Elternteil des Kindes. Das gilt auch, wenn - wegen Fortpflanzungsunfähigkeit des Ehemanns - der Samen eines anderen Mannes verwendet wurde und der Ehemann dazu in einem Notariatisakt seine Zustimmung erteilt hat. In diesem Fall ist auch eine Feststellung der Nichtabstammung vom Ehemann ausgeschlossen.

Diese Regelung kommt nunmehr auch bei lesbischen Paaren zur Anwendung, wobei hier dann beide Frauen als Eltern des Kindes gelten.

Für alleinstehende Frauen ist in Österreich die künstliche Befruchtung nicht erlaubt (siehe dazu Newsletter Alleinerziehen in Wien, Mai 2015).

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Feststellung der Vaterschaft finden Sie auf help.gv.at.