Unterhaltsvorschuss

Der Unterhaltsvorschuss („Alimentationsbevorschussung“) dient der Sicherstellung des Unterhalts minderjähriger Kinder, wenn ein Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht oder nicht regelmäßig nachkommt.

Anspruchsberechtigt sind Minderjährige mit österreichischer Staatsbürgerschaft oder mit EU- oder EWR-Staatsbürgerschaft, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich haben und in keinem gemeinsamen Haushalt mit dem Unterhaltsschuldner bzw. der Unterhaltsschuldnerin leben.

Unterhaltsvorschüsse werden auf Antrag gewährt, wenn:

Unterhaltsvorschuss wird nicht gewährt, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil nicht imstande ist, Unterhalt zu zahlen (zum Beispiel bei Studierenden). In diesem Fall wird die subsidiäre Unterhaltspflicht wirksam, das heißt, es müssen andere unterhaltspflichtige Personen (zum Beispiel Großeltern) für den Unterhalt aufkommen.

Höhe

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses entspricht der Höhe des gerichtlich festgesetzten Unterhaltsanspruchs. Er ist nicht nach unten, wohl aber nach oben mit € 581,60 (Stand 2017) Euro monatlich begrenzt. Ist die Festsetzung des Unterhaltsbeitrages nicht möglich oder verbüßt der Unterhaltsschuldner oder die -schuldnerin eine Haftstrafe, werden Unterhaltsvorschüsse in Form von Fixbeträgen je nach Alter des Kindes gewährt:
Der Unterhaltsvorschuss beträgt dann pro Monat (Stand 2017):

Rückzahlung

Säumige Unterhaltsschuldnerinnen und -schuldner sind zur Rückzahlung des Unterhaltsvorschusses verpflichtet. Diese Verpflichtung geht nach deren Tod auf die Erbinnen und Erben über. 
Wird Unterhaltsvorschuss bezahlt, obwohl die Vaterschaft noch nicht amtlich festgestellt ist, muss die Mutter den Vorschuss zurückzahlen, wenn die Vaterschaft in der Folge nicht abgeklärt werden kann.

Bezugsdauer

Der Unterhaltsvorschuss wird ab dem Antragsmonat höchstens für fünf Jahre gewährt. Danach ist gegebenenfalls eine neuerliche Antragstellung erforderlich. Bei einem Vaterschaftsfeststellungsantrag darf der Unterhaltsvorschuss nur bis zur Beendigung des Vaterschaftsfeststellungsverfahrens gewährt werden.

Antragstellung und Auszahlung

Unterhaltsvorschuss wird nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist von dem Elternteil, der zur gesetzlichen Vertretung des Kindes befugt ist (eventuell über das Amt für Jugend und Familie- Rechtvertretung) beim zuständigen Bezirksgericht im Namen des Kindes einzubringen.

 

Bei der Antragstellung werden folgende Unterlagen benötigt: