Unterhalt bei Trennung

Wenn Ehepartnerinnen und Ehepartner getrennt, aber in aufrechter Ehe leben, dann ändert sich an den Unterhaltsansprüchen nichts. Das ist unabhängig davon, wer den Haushalt verlässt. Wenn krasse Eheverfehlungen zur Aufhebung des gemeinsamen Haushalts geführt haben, kann der Anspruch auf Unterhalt entfallen. 

Ansonsten gilt:

Nach einer Trennung ist der Unterhalt grundsätzlich in Geld zu leisten. Allerdings ist es zulässig, den Unterhalt teilweise in Naturalleistungen zu erbringen, sofern dies regelmäßig geschieht (zum Beispiel Zahlung der Miete).
Suchen Sie in Unterhaltsangelegenheiten in jedem Fall Beratungsstellen auf.

Höhe des Unterhalts

Die Höhe des Unterhalts hängt ab

Bemessungsgrundlage für das monatliche Familieneinkommen ist ein Zwölftel des Netto-Jahreseinkommens der zu Unterhaltszahlungen verpflichteten Person. Die Höhe des angemessenen Unterhalts ist nicht gesetzlich normiert. Das Gericht orientiert sich an durch gerichtliche Entscheidungen im Einzelfall festgelegten Prozentsätzen.

Wenn beide berufstätig sind, werden die beiden Einkommen zusammengerechnet und der einkommensschwächeren Person werden 40 Prozent des gemeinsamen Einkommens zuerkannt. Diese bekommt dann die Differenz zwischen ihrem eigenen Einkommen und dem ihr zustehenden 40-Prozent-Anteil am Familieneinkommen als Unterhalt ausbezahlt. Erwirtschaftet einer der beiden kein Einkommen, führt aber den Haushalt und kümmert sich um die Kinder, so stehen ihr oder ihm 33 Prozent des Nettoeinkommens des anderen zu.

In beiden Fällen vermindert sich der Unterhaltsanspruch um vier Prozent für jedes Kind, für das der oder die Unterhaltspflichtige Unterhalt bezahlen muss und um rund weitere drei Prozent, falls auch für eine ehemalige Ehepartnerin beziehungsweise einen Ehepartner Unterhalt zu zahlen ist.
Zahlt der oder die Unterhaltspflichtige keinen oder zu wenig Unterhalt, so kann der Unterhaltsanspruch durch Klage bei dem für dessen oder deren Wohnort zuständigen Bezirksgericht durchgesetzt werden. Zu bedenken sind in diesem Fall auch die Kosten und Risiken, die mit einem solchen Verfahren verbunden sind.

Aufgrund veränderter Lebens- und Arbeitsbedingungen kann eine Anpassung der Unterhaltsleistungen vom Unterhaltspflichtigen verlangt bzw. bei Gericht beantragt werden.