THEMA: Finanzielle Neuerungen rund um die Kinderbetreuung

Beitragsfreier Kindergarten in Wien

Seit 1. September 2009 ist der Besuch des Kindergartens in allen öffentlichen Einrichtungen in Wien ganztägig beitragsfrei. Das Angebot gilt für Kinder von null bis sechs Jahren. Private Kindergärten, Kindergruppen und Tageseltern erhalten von der Stadt Förderungen. Sie ermöglichen einem Großteil dieser Einrichtungen, ebenfalls beitragsfreie Plätze anzubieten.

Einige private KindergartenbetreiberInnen werden für zusätzliche Leistungen sowie spezielle Angebote wie Zweisprachigkeit oder längere Öffnungszeiten weiterhin einen Beitrag einheben. Die Betreuung bei einer freiberuflichen Tagesmutter oder einer nicht gemeinnützigen privaten Betreuungseinrichtung wird auch von der Stadt Wien gefördert.

Webtipps:

Alleinerziehen in Wien - Kindergärten
Der beitragsfreie Kindergarten - Regelungen im Überblick
Das Wiener Modell - So ist die Kinderbetreuung in Wien organisiert

Neue Regelung des Kinderbetreuungsgeldes

Ende August 2009 hat sich die Regierung auf eine Neuregelung des Kindergeldes geeinigt. Der dazugehörende Gesetzesentwurf ist in Begutachtung. Die Neuregelung sieht zu den drei bereits vorhandenen Bezugsvarianten eine weitere Pauschalvariante und ein einkommensabhängiges Modell vor.
Seit 01.01.2008 können Eltern aus den bisherigen drei Varianten des Kinderbetreuungsgeld-Modellen wählen:

Bisherige Möglichkeiten zum Bezug des Kinderbetreuungsgeldes:

Folgende neuen Regelungen werden mit 01.01.2010 in Kraft treten:
Pauschalvariante

12 Monate + 2 Monate (bei Inanspruchnahme durch beide Partner)
pauschaler Bezug von 1.000 Euro/Monat für jene BezieherInnen, die das einkommenabhängige Kinderbetreuungsgeld - etwa wegen geringer Höhe des Tagesbetrages - nicht in Anspruch nehmen wollen, bzw. für jene, die vor der Geburt kein Einkommen hatten (z.B. Studeninnen).

Einkommensabhängige Variante

12 Monate + 2 Monate (bei Inanspruchnahme durch beide Partner)
Bezug von 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens, mindestens 1.000 Euro und höchstens 2.000 Euro.
Der Zuverdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze ist möglich.

Flexibilisierung der Zuverdienstgrenze bei allen Pauschalvarianten

Als Alternative zur bestehenden Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro pro Jahr wird zukünftig auch ein relativer Zuverdienst von 60 Prozent des letzten Einkommens möglich sein.

Sonderregelung für Alleinerziehende in Härtefällen

Alleinerziehende und besonders Frauen, die in einer akuten schwierigen Situation sind, erhalten in allen Bezugsvarianten zusätzlich zwei Monate länger Kinderbetreuungsgeld. Weiters sollen auch Alleinerziehende mit einem monatlichen Einkommen von unter 1.200 Euro und einem laufenden Unterhaltsverfahren für das Kind das verlängerte Kinderbetreuungsgeld erhalten.

Zuschuss zum Kinderbetreuungsgeld - keine Rückzahlung

Der Zuschuss zum Kinderbetreuungsgeld von 6,06 Euro/Tag für ein Jahr muss künftig nicht mehr zurückgezahlt werden. Vorraussetzung für den Bezug der Beihilfe ist, dass das Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze (357,74 Euro) nicht übersteigt und der Partner nicht mehr als 16.200 Euro/ Jahr verdient.

1. Oktober 2009 als Stichtag für die neue Regelung

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld gilt laut dem Begutachtungsentwurf für Geburten ab 1. Jänner 2010. Anträge können aber auch für Kinder gestellt werden, die ab dem 1. Oktober 2009 (=Stichtag) geboren werden und für die im Jahr 2009 noch kein Antrag auf Kinderbetreuungsgeld gestellt worden ist.

Das "Kindergeld neu" soll berufstätigen Frauen die nötige Unterstützung bieten, um Beruf und Familie besser zu vereinbaren und sich bewusst für ein Kind zu entscheiden.
Außerdem sollen mehr Väter zu einer Karenz motiviert werden.

Antragstellung für das Kinderbetreuungsgeld

Anträge sind beim zuständigen Krankenversicherungsträger zu stellen:

Webtipps:

Wiener Gebietskrankenkasse, Kundencenter Kinderbetreuungsgeld
Alleinerziehen in Wien - Finanzielle Leistungen und Beihilfen
Familienservice des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend unter der Telefonnummer 0800/240 262 (kostenlos aus ganz Österreich) 
Kinderbetreuungsgeld (HELP.gv.at - Offizieller Amtshelfer für Österreich)

Steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung

Seit 1. Jänner 2009 können Kinderbetreuungskosten im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung lohnsteuerbasismindernd als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Absetzbar sind Betreuungskosten bis höchstens 2.300 Euro pro Jahr und Kind bis zum zehnten Lebensjahr. Die Kosten können erstmals mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung 2009 geltend gemacht werden.

Grund-Vorraussetzung für die Steuerentlastung ist, dass die Dienste einer "pädagogisch qualifizierten Betreuungsperson" in Anspruch genommen wurden. Darunter fallen studierte PädagogInnen ebenso wie Au-pairs und BabysitterInnen. Diese müssen eine Kinderbetreuungsausbildung im Mindestmaß von acht Stunden absolviert haben. Personen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren müssen mindestens 16 Stunden an pädagogischer Ausbildung nachweisen.

Auch die Betreuung eines Kindes durch seine Großmutter oder seinem Großvater ist steuerlich absetzbar. Vorraussetzung ist, dass diese nicht im gemeinsamen Haushalt mit Eltern(teil) und Kind wohnen und eine entsprechende Ausbildung vorweisen können.

Webtipps:

Steuerreform 2009 - steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten (inklusive einer Auswahl von Anbietern von BabysitterInneneinschulungen und Elternbildungsseminaren)
Kinderbetreuung in Österreich

 

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

Das Frauentelefon der Frauenabteilung der Stadt Wien bietet Frauen kostenlos und auf Wunsch anonym Rechts- und Sozialberatung rund um die Themen Besuchsrecht Scheidung, Familie und Unterhalt.

Beratungszeiten:
Montag, Dienstag, Mittwoch von 8 bis 12 Uhr, Donnerstag und Freitag von 12 bis 16 Uhr

Telefon: +43 1 408 70 66

E-Mail: frauentelefon@wien.at

Persönliche Beratungen sind nach telefonischer Voranmeldung möglich.

KONTAKT

MA 57 - Frauenabteilung der Stadt Wien

Telefon: (+43 1) 4000 83515
Fax: (+43 1) 4000 99 83511
E-Mail frauen@ma57.wien.gv.at
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