THEMA: Neugestaltung Website; neue Frauenstadträtin Kathrin Gaal; Lernangebote für SchülerInnen mit Lernschwierigkeiten; Kostengünstige Urlaubsmöglichkeiten; "Wir sind Maßstab!" - Kampagne der ÖPA; Analyse: Regierungsprogramm

1. Neugestaltete Website www.alleinerziehen.at

Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen dass ab sofort eine überarbeitete Version der Website „alleinerziehen in wien“ zur Verfügung steht. Die Inhalte wurden umfassend aktualisiert und strukturell bereinigt, um die Übersichtlichkeit und Auffindbarkeit von Themen zu verbessern. 

Die Website www.alleinerziehen.at richtet sich an Alleinerziehende und bietet einen kompakten Überblick mit zahlreichen Links und weiterführenden Informationen zu folgenden Themen: 

Wir laden Sie ein, einen Blick auf die Website zu werfen und wünschen eine interessante Lektüre!

2. Wiener Stadtregierung: Neue Frauenstadträtin

Seit 24. Mai 2018 ist Kathrin Gaal als Amtsführende Stadträtin in der Wiener Stadtregierung neben den Agenden Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung für das Thema „Frauen“ und damit auch „Alleinerziehende“ zuständig. Die MA 57 – Frauenservice Wien gratuliert Kathrin Gaal zur Wahl und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit.  

3. Kostengünstige Urlaubsmöglichkeiten für Familien mit Kindern im Sommer/Herbst 2018

Auch heuer bietet der Verein Wiener Jugenderholung (WIJUG) wieder kostengünstige Urlaubsmöglichkeiten für Kinder und Familien aus Wien an. Gefördert wird dieses Angebot von der Stadt Wien (MA 11, Wiener Kinder- und Jugendhilfe).

Die WIJUG-Website bietet nähere Informationen zu den einzelnen Angeboten einschließlich Reisedaten und Preisen (Kinderurlaub, Familienurlaub, Urlaub für Pflegefamilien und Krisenpflegefamilien).

Aktuelle Angebote:

Die Preise für Kinderurlaube sind nach Einkommen gestaffelt. Für Familienurlaube ist generell eine Einkommensgrenze zu beachten; Erwachsene bezahlen einen Kostenbeitrag von € 12,50 pro Tag, Kinder fahren kostenlos mit.

Für die Anmeldung wenden Sie sich bitte an die Regionale Stelle – Soziale Arbeit mit Familien der MA 11, die für Ihren Wohnbezirk zuständig ist. 

4. Sommerlernangebote für SchülerInnen mit Lernschwierigkeiten

Mit dem Programm „Förderung 2.0“ unterstützt die Stadt Wien auch heuer wieder Sommerlernangebote für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten. Diese richten sich vorrangig an SchülerInnen, die von ihren Eltern wenig oder keine Unterstützung bekommen und aus finanziellen Gründen keine Nachhilfe in Anspruch nehmen können. 

Die „Summer Schools 2018“ bieten von 9. Juli bis 17. August 2018 an sechs Standorten in Wien Lern-Feriencamps an.

Die Kosten für die Teilnahme sind sozial gestaffelt. Eine persönliche Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen zum Angebot der Summer Schools und zur Anmeldung finden Sie hier

Die Sommerlernstationen sind ein kostenloses und offenes Angebot für SchülerInnen der NMS und AHS Unterstufe, das von den Wiener Volkshochschulen organisiert wird. Das Angebot umfasst die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Die Sommerlernstationen finden vom 30. Juli bis zum 30. August 2018 an insgesamt 20 Standorten in Wien statt, und zwar jeweils Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 12:00. Weitere Informationen zum Angebot der Sommerlernstationen werden in Kürze auf der Website der Wiener Volkshochschulen

5. „Wir sind der Maßstab!“ - Kampagne der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende

Alleinerziehende leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und stellen gemeinsam mit ihren Kindern, ebenso wie andere Familien, eine Familienform dar. Dies wird jedoch in der Gesellschaft und in der Politik oft nicht entsprechend anerkannt. Daher hat die Interessenvertretung Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) eine Kampagne gestartet mit dem Ziel, dass Alleinerziehende als Familie in der öffentlichen Wahrnehmung anerkannt werden und darauf hinzuweisen, dass gute Bedingungen für Alleinerziehende gute Bedingungen für alle Familien sind.

Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier

6. Analyse: Was bringt das österreichische Regierungsprogramm für Alleinerziehende?

Die derzeitige österreichische Bundesregierung (Koalition von ÖVP und FPÖ) hat im Herbst 2017 ihr Programm für die kommenden Jahre veröffentlicht. Dieses 179seitige Dokument beinhaltet auch Teile, die für Alleinerziehende relevant sind oder sein können. In der Folge werden diese wesentlichen Passagen einer Analyse unterzogen. Aus Sicht der MA 57 ist damit zu rechnen, dass sich einige der geplanten Maßnahmen nachteilig auf Alleinerziehende auswirken können. 

Familie ist einleitend als „Gemeinschaft von Frau und Mann mit gemeinsamen Kindern“ definiert, was Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien etc. vom Familienbegriff ausschließt. Das ist umso bedauerlicher, da an anderer Stelle davon die Rede ist, dass „Familie (…) Halt, Sicherheit und Geborgenheit in jeder Lebenslage“ gibt, was selbstverständlich auch tagtäglich von Alleinerziehenden geleistet wird. 

Einige der geplanten rechtlichen Maßnahmen der Bundesregierung sind insbesondere für AlleinerzieherInnen bedeutsam: Es soll ein verbindliches Doppelresidenzmodell eingeführt werden. Die Doppelresidenz und doppelte Haushaltsführung sollen bei der Unterhaltsbemessung berücksichtigt werden, was de facto eine Unterhaltsreduktion bedeutet. Bei Unterhaltsvorschüssen ist lediglich die Verbesserung des Rückersatzes dieser Vorschüsse von Unterhaltspflichtigen an den Staat vorgesehen, nicht aber eine Erhöhung oder leichtere Beantragung des Vorschusses. Bestehende Regelungen zur Unterhaltsexekution unter das Existenzminimum sollen evaluiert werden, was ebenfalls zu einer Unterhaltsreduktion für Kinder führen kann. Die Umsetzung einer ExpertInnenempfehlung, wonach, die Kontakt(Besuchs-)regelungen von der Unterhaltsfrage entkoppelt werden sollen, wird geprüft, womit auch Elternteile, die keinen Unterhalt zahlen müssen oder von denen auch per Exekution nicht hereingebracht werden kann, ein unbeschränktes Kontaktrecht hätten.

Gerichtsverfahren zu Obsorge etc. sollen durch entsprechende Fristsetzungen beschleunigt werden, ohne dass jedoch mehr Personal an Gerichten oder Jugendämtern (die für Gerichte Gutachten zu Obsorge- und Kontaktrechtsfragen erstatten) vorgesehen wäre. Vorgelegte Privatgutachten eines Elternteils müssen von den Gerichten verpflichtend berücksichtigt werden, was bei ungleichen finanziellen Möglichkeiten den Elternteil benachteiligen kann, der sich solche Gutachten nicht leisten kann.

Zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll die Schulferienregelung reformiert werden, indem die Festlegung schulautonomer Tage durch die Schulen beschränkt werden soll, damit alle schulpflichtigen Kinder einer Familie an denselben Tagen frei haben; eine Verkürzung der Ferien soll jedoch nicht stattfinden. Zur Kinderbetreuung in den Ferien selbst sollen kostenpflichtige Betreuungsangebote ausgebaut werden. Ganzjährige Angebote der Kinderbetreuung, wie Kindergärten, Tagesmütter, Horte oder Au Pair Kräfte sollen ausgebaut werden, teils nach „regionalen Bedarf“, der jedoch nicht näher definiert wird; finanzielle Hilfen für einkommensschwächere Familien hinsichtlich der Betreuungskosten sind nicht vorgesehen. 

Als finanzielle Unterstützung für Familien und Ersatz für den bisherigen Kinderfreibetrag und die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten ist ein „Familienbonus Plus“ geplant, der ab einem Familieneinkommen von 1.700 Euro brutto pro Kind bis zu 1.500 Euro betragen soll. Zwischen getrennt lebenden Elternteilen soll der Bonus geteilt werden. Das Gesetz dazu ist noch nicht beschlossen, es gibt aber bereits eine erste Information des Finanzministeriums. Detailinfos zum neuen Familienbonus werden nach dem Inkrafttreten des Gesetzes in einem unserer folgenden Newsletter dargestellt werden.