THEMA: Neues Ausbildungspflichtgesetz und Kinderbetreuung in den Ferien

  1. Das neue Ausbildungspflichtgesetz – Ausbildungspflicht für Jugendliche ab 1.7.2017 in Kraft

Im Sommer 2016 wurde im Parlament das Ausbildungspflichtgesetz beschlossen. Ziel dieses Gesetzes ist es, die Anzahl vorzeitiger Schulabbrüche zu verringern und dadurch das Bildungsniveau und die Berufschancen von Jugendlichen zu verbessern.

Das Gesetz tritt schrittweise in Kraft; im Zentrum steht die Ausbildungspflicht, die mit 1. Juli 2017 wirksam wird.

Ausbildungspflicht bis 18 Jahre: Das Gesetz sieht vor, dass Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr im Anschluss an die allgemeine Schulpflicht eine weiterführende Bildung oder Ausbildung absolvieren müssen. Dazu zählt beispielsweise der Besuch einer allgemein bildenden höheren Schule (AHS) oder berufsbildenden mittleren oder höheren Schule (BMHS), oder das Erlernen eines Lehrberufes. Für Jugendliche, die stattdessen in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen ist zu beachten, dass dies nur dann der gesetzlichen Ausbildungspflicht entspricht, wenn die Beschäftigung oder Maßnahme von einem sogenannten Perspektiven- oder Betreuungsplan umfasst ist. Dieser Plan wird vom Arbeitsmarktservice oder Sozialministeriumservice für die betroffene Jugendliche /den betroffenen Jugendlichen erstellt. Üben Jugendliche eine Beschäftigung aus, die nicht im Einklang mit diesem Plan steht, haben sie das Recht, das Arbeitsverhältnis vorzeitig ohne die Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen und –termine zu beendigen.

Ausnahmen: Das Gesetz sieht vor, dass innerhalb eines Jahres bis zu vier Monate ausbildungsfrei sein dürfen. Nur wenn diese Grenze überschritten wird, liegt eine Verletzung der Ausbildungspflicht vor. Eine Ausbildungspflicht besteht weiters nicht, solange der oder die betreffende Jugendliche Kinderbetreuungsgeld bezieht, Präsenz- oder Zivildienst leistet oder aus anderen berücksichtigungswürden Gründe seiner oder ihrer Ausbildungspflicht nicht nachkommen kann.

Pflichten der Eltern: Die Eltern sind per Gesetz verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder einer Ausbildung nachgehen. Wenn Jugendliche, für die die Ausbildungspflicht gilt, den Besuch einer Schule oder Ausbildung beenden, haben sie danach vier Monate Zeit, eine weitere Ausbildung zu beginnen. Passiert das innerhalb dieses Zeitraums nicht, müssen die Eltern das der Koordinierungsstelle, die für ihr Bundesland zuständig ist, umgehend melden.

Begleitende Maßnahmen zur Unterstützung betroffener Eltern und Jugendlicher: Das Gesetz sieht Maßnahmen vor, um Jugendliche bei der Berufsfindung und bei der Aufnahme in Ausbildungsmaßnahmen zu unterstützen. Erfährt die örtlich zuständige Koordinierungsstelle, dass Jugendliche keine Schule oder Ausbildung besuchen, kontaktiert sie diese und deren Eltern. Sie sorgt dafür, dass der Sachverhalt abgeklärt wird und eine Beratung und Betreuung eingeleitet wird und arbeitet dabei mit anderen Einrichtungen (z.B. Amt für Jugend und Familie, Schulen, Lehrlingsstellen, Betrieben, Arbeitsmarktservice) zusammen. Gemeinsam mit den Jugendlichen wird ein Perspektiven- oder Betreuungsplan erstellt. Die Jugendlichen werden bei der Umsetzung des Plans begleitet.

Strafbestimmungen: Erhält das Sozialministeriumsservice Hinweise, dass die Eltern gegen ihre Pflichten verstoßen haben, hat es eine Überprüfung einzuleiten und gegebenenfalls eine Anzeige an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde zu erstatten. Wenn Eltern die Ausbildungspflicht vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt haben, kann über sie eine Verwaltungsstrafe in der Höhe von € 100 - € 500 verhängt werden. Bei wiederholten Verstößen beträgt die Strafhöhe € 200 - € 1.000. Diese Strafbestimmungen treten am 1.Juli 2018 in Kraft. Allerdings soll eine Bestrafung erst als letztes Mittel angewendet werden. Vorrangiges Ziel ist es, mit betroffenen Jugendlichen und ihren Eltern zusammenzuarbeiten und sie beim Finden eines Bildungs- oder Ausbildungsplatzes zu unterstützen. Erst wenn Eltern nachweislich nicht kooperieren und Unterstützungsangebote verweigern, wird eine Strafe verhängt.

Weitere Information rund um das Ausbildungspflichtgesetz:

  1. Kinderbetreuung in den Ferien: Möglichkeiten in Wien

Ferien - eine notwendige und erholsame Zeit für Kinder, für berufstätige Eltern(teile) oft eine (logistische) Herausforderung. Die bald anstehenden Osterferien, und vor allem die neunwöchigen Sommerferien, wollen schließlich spannend gefüllt sein.

Im Ferienkalender von help.gv.at sehen Sie alle freien Tage für das Schuljahr 2016/17 aufgelistet, welche üblicherweise für die meisten Schulen in Österreich gelten. Sportliche, kreative und spielerische Angebote lassen sich in Wien zu allen Jahreszeiten finden. Es bieten sich viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in der Stadt, sowie organisierte Ferienaufenthalte - somit gibt es immer etwas zu erleben!

Freizeit

Das Wiener Ferienspiel bietet ein vielfältiges Programm für Kinder von 6-12 Jahren – hier eine Vorschau von wienXtra für gratis Aktionen in den Semesterferien. Die Wiener Kinderfreunde haben Angebote für Kinder von 5-16 Jahren und bieten auch Ferienbetreuung für Kinder mit Behinderungen. Über sportliche Aktivitäten informieren das Sportamt der Stadt Wien (MA 51), Sporting Kids - Ferienwochen mit Tagesbetreuung in Wien (WAT) und WAT - Sport in Wien. Weil ein volles Ferienprogramm ziemlich kostenintensiv sein kann, finden Sie hier eine Broschüre mit weiteren gratis Angeboten in Wien.

Weitere Linktipps:

Ferienaufenthalt

Die Stadt Wien bietet ein umfangreiches Angebot an längerfristiger Betreuung in Form von Urlaubsaufenthalten und Feriencamps mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Hier finden Sie vorab eine praktische Anleitung von wienXtra, wie Sie sich über diese Fülle einen Überblick verschaffen können und worauf Sie achten sollten.

Angebote:

Wiener Jugenderholung - Zwei- bis dreiwöchige Ferienaufenthalte für Kinder von 5-14 Jahren. Der Kostenbeitrag richtet sich nach dem jeweiligen Familien-Einkommen.

Rainbows - Feriencamps für „Kinder in stürmischen Zeiten“ - nach belastenden Ereignissen.

Wiener Kinderfreunde und Kinderfreunde Niederösterreich - Ferienaufenthalte für Kinder und Jugendliche, auch mit Behinderungen - zum Selbstkostenpreis.

Sportferien bzw. eine Übersicht dazu bieten folgende Organisationen: Naturfreundejugend, Alpenvereinsjugend, feriencamps.at

Weitere Linktipps:

Familienurlaub

Wenn Sie noch einen gemeinsamen Urlaub planen, finden Sie nachfolgend eine Liste an Organisationen und Unterkünften, deren Angebote sich an Familien richten:

  1. Angebote des 24-Stunden Frauennotrufs der Stadt Wien

Der Begriff 'Gewalt gegen Frauen' bezeichnet jede Handlung geschlechtsbezogener Gewalt, die der Frau körperlichen, sexuellen oder psychischen Schaden oder Leid zufügt oder zufügen kann, einschließlich der Androhung derartiger Handlungen, der Nötigung oder der willkürlichen Freiheitsberaubung in der Öffentlichkeit oder im Privatleben." (aus dem Abschlussdokument der vierten Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking)

Sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt sind massive Verstöße gegen das Recht auf Leben, Freiheit und Würde. Gewalt ist ein Angriff auf die körperliche und seelische Unversehrtheit des Opfers. In den meisten Fällen wird Gewalt von Männern gegen Frauen und Kinder ausgeübt.

Gewalt gegen Frauen kann Schläge, Treten, Stoßen, Würgen, sexuelle Übergriffe und Angriffe, Vergewaltigung bis hin zu Mord umfassen. Auch gezielte Einschüchterungen, Drohungen, Psychoterror, Stalking, Erniedrigungen und Beschimpfungen sind Gewalt.

Gewalt ist eine Menschenrechtsverletzung und in vielen Fällen eine Straftat. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für Gewalt. Die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden. Die Opfer müssen unterstützt und geschützt werden.

Angebote des 24-Stunden Frauennotrufes der Stadt Wien

Der 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien bietet Frauen und Mädchen ab dem 14. Lebensjahr, die von sexualisierter, körperlicher und/oder psychischer Gewalt betroffen sind, rund um die Uhr Soforthilfe und Krisenintervention an. Die Beraterinnen unterstützen und beraten auch Mädchen und Frauen, deren Gewalterfahrung schon längere Zeit zurückliegt. Telefonische und persönliche Beratung, Email-Beratung und Begleitung sind zentrale Angebote des Frauennotrufs. Mitbetroffene Angehörige und das unterstützende Umfeld können das Angebot ebenso nützen. Alle Angebote des Frauennotrufes sind kostenlos und können anonym genützt werden.

Die Erfahrungen im Frauennotruf zeigen, dass von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen oft unter Angst, Schuld- und Schamgefühlen leiden. Es fällt oft schwer, sich jemandem anzuvertrauen und über das Erlebte zu sprechen. Es braucht viel Kraft, Vertrauen und manchmal auch mehrere Versuche, bis Frauen und Mädchen nach einer Gewalterfahrung ihr Schweigen durchbrechen und sich Unterstützung holen. Mit den unterschiedlichen Beratungsangeboten des Frauennotrufes soll jede Frau und jedes Mädchen ihren individuellen Weg aus der Krise und zurück in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben finden.

Der Frauennotruf ist unter der Telefonnummer 01/71 71 9 rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, erreichbar. Im telefonischen Beratungsgespräch geht die Beraterin auf die Bedürfnisse und Fragen der Anruferin ein und versucht die Situation zu klären. Die Anruferin hat die Möglichkeit, anonym über ihr Problem zu sprechen, Fragen zu stellen und sich bei Bedarf einen persönlichen Beratungstermin auszumachen. Die Multiprofessionalität des Beraterinnen-Teams macht es möglich, dass auf rechtliche, psychologische und sozialarbeiterische Bereiche eingegangen werden kann.

Es rufen auch Personen an, die sich über die Beratungsangebote des 24-Stunden Frauennotrufs informieren oder Auskünfte über die Zuständigkeitsbereiche von anderen Einrichtungen wollen. Durch entsprechendes Clearing werden die Ratsuchenden an andere Institutionen weiter verwiesen.

Die persönliche Beratung im Frauennotruf umfasst einerseits Beratungsgespräche in der Beratungsstelle und andererseits Begleitungen von Klientinnen zu Polizei, Krankenhaus und Gericht. In einem persönlichen Erstgespräch werden die individuelle Situation der Klientin, mögliche Verletzungen und psychische Auswirkungen der Gewalttat abgeklärt, rechtliche Informationen gegeben und die nächsten möglichen Schritte besprochen. Die Beraterinnen des Frauennotrufs sind Klinische- und Gesundheitspsychologinnen, Juristinnen und Sozialarbeiterinnen, sie arbeiten nach den Grundsätzen der Anonymität, der Vertraulichkeit, der Parteilichkeit, der Selbstbestimmung und des Empowerments.

Manchmal ist die Hemmschwelle, bei einer Beratungseinrichtung anzurufen zu groß, es fällt leichter, ein E-Mail zu schicken. Betroffene Frauen haben die Möglichkeit, sich völlig anonym per E-Mail an den Frauennotruf zu wenden. Auch Angehörige und FreundInnen können E-Mail Anfragen an den Frauennotruf richten. Der Frauennotruf beantwortet E-Mails, die zwischen Montag und Freitag einlangen, innerhalb von 24 Stunden. E-Mails, die am Wochenende einlangen, werden am Montag im Laufe des Tages beantwortet.

Der Frauennotruf bietet derzeit Beratungen in den Fremdsprachen BKS, Englisch, Farsi, Französisch, Italienisch und Spanisch an. Für andere Sprachen kann ggfs. eine Dolmetscherin für die persönliche Beratung organisiert werden.

aber sicher! Zivilcourage bei Gewalt gegen Frauen

Unter dem Motto "Dabei sein heißt beteiligt sein - aber sicher!" hat der 24-Stunden Frauennotruf im August 2015 eine Kampagne gestartet, die Wienerinnen und Wiener darauf aufmerksam gemacht hat, wie wichtig anwesende Personen bei Übergriffen an Frauen im öffentlichen Raum sind.

„Wenn Sie Gewaltsituationen wahrnehmen, sind Sie ein wichtiger Teil der Situation: Sie können Hilfe rufen, Betroffenen Hilfe anbieten und als Zeugin beziehungsweise Zeuge auftreten.“

Der Frauennotruf hat im Rahmen dieser Kampagne mehrere Workshops für Frauen zum Thema Zivilcourage und Sicherheit angeboten. Die Inhalte der Workshops umfassten im wesentlichen Sicherheitstipps für Mädchen und Frauen und Möglichkeiten des zivilcouragierten Handelns bei Gewalt an Frauen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Auch für 2017 sind Workshops geplant. Die Termine werden rechtzeitig auf der Website der Frauenabteilung der Stadt Wien www.frauen.wien.at bekannt gegeben.

Mit konkreten Fallbeispielen und Tipps informiert der 24-Stunden Frauennotruf auch auf der Website, wie in bestimmten Situationen reagiert und wie Zivilcourage gelebt werden kann, ohne sich selbst zu gefährden.