THEMA: Finanzielle Leistungen und Beratung für Familien mit Kindern mit Behinderung bzw. chronischer Krankheit

Das Leben mit chronisch kranken und/oder behinderten Kindern ist in vielfacher Hinsicht herausfordernd. Wir haben für diesen Newsletter einige Informationen zu möglichen finanziellen Leistungen sowie zu Beratungs- bzw. Unterstützungsangeboten zusammengestellt.

Pflegegeld

Achtung! Beim Zugang zum Pflegegeld sind gesetzliche Änderungen geplant, die voraussichtlich ab 1.1.2015 in Kraft treten sollen. Über diese Änderungen werden wir im Detail im ersten Newsletter 2015 berichten. Die unten angeführten Informationen betreffen die (bis zum Inkrafttreten der Gesetzesänderung) geltende Rechtslage:

Das Pflegegeld soll zur teilweisen Abdeckung der pflegebedingten Mehraufwendungen dienen. Es stellt also einen pauschalierten Beitrag zu den Kosten der erforderlichen Pflege dar, weil die tatsächlichen Kosten für die Pflege in den meisten Fällen höher als das Pflegegeld sind. Je nach Pflegebedarf können Sie für ein Kind Pflegegeld in einer von 7 Stufen erhalten. Die besonders intensive Pflege von schwerst behinderten Kindern und Jugendlichen wird durch einen zusätzlichen pauschalen Erschwerniszuschlag berücksichtigt.

Voraussetzungen für Pflegegeld

Pflegegeld kann bezogen werden, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

Die Höhe des Pflegegeldes wird, je nach Ausmaß des erforderlichen Pflegebedarfs, in 7 Stufen festgelegt. Pflegebedarf liegt dann vor, wenn sowohl bei Betreuungsmaßnahmen (z.B. Kochen, Essen, Medikamenteneinnahme, An- und Auskleiden, Körperpflege) als auch bei Hilfsverrichtungen Unterstützung nötig ist.

Die besonders intensive Pflege von schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen wird durch einen pauschalen Erschwerniszuschlag berücksichtigt, wenn behinderungsbedingt zumindest zwei voneinander unabhängige, schwere Funktionsstörungen vorliegen. Der Erschwerniszuschlag beträgt bis zum vollendeten 7. Lebensjahr monatlich 50 Stunden und danach bis zum vollendeten 15. Lebensjahr 75 Stunden pro Monat.

Werden auch andere pflegebezogene Leistungen bezogen, werden diese zur Vermeidung von Doppelleistungen auf das Pflegegeld angerechnet und vermindern somit den Auszahlungsbetrag. Dazu gehört beispielsweise die erhöhte Familienbeihilfe für erheblich behinderte Kinder.

Ausführliche und weitere Informationen, insbesondere betreffend Höhe des Pflegegeldes, Verfahren, Antragsstellung etc. finden Sie unter folgendem Link:

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/36/Seite.360510.html

Sonstige finanzielle Unterstützungen

Informationen über eine Reihe weiterer finanzieller Unterstützungen wie z.B. erhöhte Familienbeihilfe, Schulfahrbeihilfe, Therapiekostenersatz, Kostenersatz für Hilfsmittel finden Sie unter folgendem Link:

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/122/Seite.1220300.html

Steuerliche Absetzmöglichkeiten bei Betreuungspflichten von behinderten Kindern

Ein Kind gilt steuerlich dann als behindert, wenn der Grad der Behinderung mindestens 25 % beträgt. Je nach Ausmaß der Behinderung stehen verschiedene Freibeträge, ohne Kürzung durch einen Selbstbehalt, zu.

Hat der/die Steuerpflichtige also außergewöhnliche Belastungen durch eine Behinderung eines Kindes, für das keine erhöhte Familienbeihilfe (gemäß § 8 Abs. 4 des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967) gewährt wird, und erhält weder der/die Steuerpflichtige noch sein (Ehe-)Partner/in, noch sein Kind eine pflegebedingte Geldleistung (Pflegegeld, Pflegezulage, Blindengeld oder Blindenzulage), so stehen folgende Freibeträge zu:

Grad der Behinderung: 25% bis 34% --> Jahresfreibetrag 75 Euro

Grad der Behinderung: 35% bis 44% --> Jahresfreibetrag 99 Euro

Grad der Behinderung: 45% bis 49% --> Jahresfreibetrag 243 Euro

Haben mehrere Steuerpflichtige Anspruch auf einen Freibetrag, dann ist dieser Freibetrag im Verhältnis der Kostentragung aufzuteilen. Bezieht ein/e Arbeitnehmer/in Arbeitslohn von zwei oder mehreren Arbeitgeber/innen, steht der Freibetrag nur einmal zu. Anstelle des Freibetrages können auch die tatsächlichen Kosten aus dem Titel der Behinderung geltend gemacht werden, dies ohne Berücksichtigung des Selbstbehaltes und nach Abzug des Pflegegeldes.

Nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen für Hilfsmittel - z.B. Rollstuhl, Hörgerät oder Blindenhilfsmittel, sowie Kosten der Heilbehandlung sind im nachgewiesenen Ausmaß zu berücksichtigen. Diese Mehraufwendungen sind nicht um eine pflegebedingte Geldleistung (Pflegegeld, Pflegezulage oder Blindenzulage) oder um einen Freibetrag zu kürzen.

Ab 50%iger Behinderung:

Die Familienbeihilfe erhöht sich monatlich für jedes Kind, das erheblich behindert ist um 
€ 150.-. Als erheblich behindert gilt ein Kind, bei dem eine nicht nur vorübergehende Funktionsbeeinträchtigung im körperlichen, geistigen oder psychischen Bereich oder in der Sinneswahrnehmung besteht. Als nicht nur vorübergehend gilt ein Zeitraum von voraussichtlich mehr als drei Jahren. Der Grad der Behinderung muss mindestens 50 % betragen, soweit es sich nicht um ein Kind handelt, das voraussichtlich dauernd außerstande ist, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen.

Wenn nun die Voraussetzungen der Gewährung von erhöhter Familienbeihilfe vorliegen, sind die Mehraufwendungen ohne Nachweis der tatsächlichen Kosten mit monatlich € 262.- vermindert um die pflegebedingten Geldleistungen zu berücksichtigen. Zusätzlich zu diesem Betrag können auch Aufwendungen nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen für Hilfsmittel sowie Kosten der Heilbehandlung geltend gemacht werden. Ebenso ist das Entgelt für die Unterrichtserteilung in einer Sonder- oder Pflegeschule oder für die Tätigkeit in einer Behindertenwerkstätte im nachgewiesenen Ausmaß zu berücksichtigen.

Weiterführende Informationen finden Sie auch unter:https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/45/Seite.450760.html

Allgemeine Beratungsstellen

Pflegetelefon 0800/20 16 22 – Beratung für pflegebedürftige Personen und deren Angehörige und Plattform für pflegende Angehörige

Das Pflegetelefon ist ein Beratungsangebot des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz für pflegebedürftige Personen und deren Angehörige. Das Pflegetelefon kann österreichweit gebührenfrei und vertraulich unter der Nummer 0800/20 16 22 in Anspruch genommen werden.

Diese Beratungsangebote richten sich an pflegebedürftige Menschen, deren Angehörige und an alle Personen, die mit Problemen der Pflege befasst sind und umfassen die Beantwortung aller Fragen in diesem Zusammenhang (z.B. Pflegegeld, sozialversicherungsrechtliche Absicherung von Pflegepersonen, Betreuungs-möglichkeiten in der eigenen Wohnung, finanzielle Hilfen und Förderungen)

Kontakt:

Tel.: 0800/ 20 16 22

KundInnenservice Beratungszentrum Behindertenhilfe (Fond Soziales Wien)

Das Beratungszentrum bietet Beratung über die einzelnen Leistungen der Behindertenhilfe, liefert Information wo und wann ein Antrag zu stellen ist und unterstützt beim Ausfüllen des Antrages. Des Weiteren werden die Anträge bearbeitet und auf Basis des Wiener Chancengleichheitsgesetzes begutachtet.

Das Beratungszentrum stellt außerdem Informationen zur mobilen Frühförderung zur Verfügung, welche Kleinkinder, die in ihrer Entwicklung gefährdet, entwicklungs-verzögert oder behindert sind, unterstützen soll.

Kontakt:

FSW-KundInnentelefontäglich von 8:00 bis 20:00 Uhr. Auch an Wochenenden und Feiertagen: 01/24 5 24

Guglgasse 7-9, 1030 Wien

Tel.: 01/24 5 24
Fax: 05 05 379-99-66650 
E-Mail: post-bzbh@fsw.at
Internet: http://www.fsw.at

Arbeiterkammer Wien

Die AK Wien bietet Beratung zu Pflege und Krankheit mit arbeitsrechtlichem Hintergrund.

Kontakt:

Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien
Prinz Eugen Straße 20-22
1040 Wien

Tel.: 01/ 501 65 0

Frühe Hilfen/Frühförderung

Ambulatorien für Entwicklungsdiagnostik und Entwicklungsförderung

Die Ambulatorien des VKKJ - Verantwortung und Kompetenz für besondere Kinder und Jugendliche

Der Verein VKKJ ist ein Elternverein, der darauf abzielt eine geeignete Versorgung für körper- und mehrfachbehinderte Kinder anzubieten. Um eine adäquate Behandlung, Förderung, Beschäftigung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zu gewährleisten etablierte und errichtete der Verein spezialisierte Krankenanstalten, Ambulatorien, Tages- und Wohnheime.

Kontakt:

VKKJ Wien gemeinnützige GmbH

Graumanngasse 7

1150 Wien

Tel.: 01/ 985 25 72
Fax.: 01/ 985 25 72 - 20
E-Mail: office@vkkj.at

Link zu den Ambulatorien: http://www.vkkj.at/ambulatorien

Mobile Frühförderung

Beratung und Diagnostik für Kinder und Jugendliche (Träger: Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz)

Das Sozialministerium hat Beratungsdienste für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen eingerichtet. Ziel ist eine umfassende Förderung von Kindern mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohten Kindern, welche sowohl medizinische als auch psychologische und pädagogische Aspekte beinhaltet. Um eine bestmögliche Betreuung und Förderung der Kinder zu erreichen, werden wenn notwendig auch Eltern professionell unterstützt und begleitet. Besonders wichtig ist dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachleute aus den Bereichen Psychologie, Medizin, Sozialarbeit, Psychotherapie, Logopädie, etc.

SchwerpunkteMöglichst frühe Erkennung und Abklärung von Entwicklungs-verzögerungen und Entwicklungsauffälligkeiten; Unterstützung der Betroffenen bzw. der Familien bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen; Hilfestellung zur Integration.

Kontakt:

Bundessozialamt Abteilung W3

Simmeringer Hauptstr. 100/Stg. C/2. OG

1110 Wien

Tel.: 01/ 749 65 71

Fax.: 01/ 749 65 71/66

E-Mail: beratung-diagnostik.wien@basb.gv.at

Wiener Sozialdienste GmbH

Die Mobile Frühförderung des Vereins bietet Entwicklungsförderung und Familienbegleitung für entwicklungsverzögerte, entwicklungsgefährdete und behinderte Kleinkinder. 

Kontakt:

Dresdner Straße 47 / 4.OG

1200 Wien
Tel: 01/ 981 21 DW 3720
E-Mail: fruehfoerderung@wiso.or.at

Betreuung und Pflege zu Hause

Kinderbetreuung Daheim, für kranke Kinder - SOZIAL GLOBAL AG

Die Einrichtung zielt auf die Unterstützung und Betreuung erkrankter Kinder (ab 18 Monaten) in deren gewohnter Umgebung ab, wenn die Eltern aus den verschiedensten Gründen (Beruf, Ausbildung, Kurse etc.) verhindert sind. Kostenbeiträge sind sozial gestaffelt.

Kontakt:

Sandwirtgasse 16

1060 Wien

Telefon: 01/589 58-2210

Fax: 01/ 589 58 -66 E-Mail: kinderbetreuung@sozial-global.at

E-Mail: sozial-global@sozial-global.at

Webseite: http://www.sozial-global.at

Geschäftszeiten: Montag-Freitag 6.30-20 Uhr

MOKI-Wien- Mobile Kinderkrankenpflege

Die Mobile Kinderkrankenpflege erleichtert den Alltag für Familien, die ein erkranktes bzw. pflegebedürftiges Kind zu Hause betreuen. Das Angebot der sozialen Einrichtung entlastet pflegende Eltern, da ihr Kind in seiner gewohnten Umgebung professionell betreut wird.

Kontakt:

Puchsbaumplatz 2/Top 5+6
1100 Wien
Tel.: 0699/166 777 00
E-Mail: office@wien.moki.at