THEMA: Kinderbetreuungsgeld NEU ab März 2017 und Unterstützung für Kinder nach Scheidung/Trennung

Änderungen beim Kinderbetreuungsgeld ab März 2017

Das Kinderbetreuungsgeldgesetz wurde in einigen Bereichen neu gestaltet. Die grundlegendste Änderung ist die Neugestaltung der Bezugsvarianten des Kinderbetreuungsgeldes. Alle in diesem Newsletter besprochenen Änderungen gelten für Geburten ab dem 1. März 2017. Es werden nur jene Änderungen angeführt, welche für AlleinerzieherInnen relevant sind.

Bezugsvarianten

Künftig gibt es nur mehr zwei Wahlmöglichkeiten in Bezug auf das Kinderbetreuungsgeld.

Entweder wird die einkommensabhängige Bezugsvariante gewählt (12 Monate bzw. 14 Monate, wenn auch der zweite Elternteil bezieht) oder das Kinderbetreuungsgeldkonto. Während die einkommensabhängige Bezugsvariante schon bisher bestand, wurde das flexible Kinderbetreuungsgeldkonto neu eingeführt.

Die Besonderheit am Kinderbetreuungsgeldkonto ist, dass der Elternteil innerhalb eines vorgegebenen zeitlichen Rahmens die genaue Bezugsdauer selbst bestimmen kann. Wenn nur ein Elternteil bezieht, so kann bei der Antragstellung eine Bezugsdauer zwischen mind. 365 und max. 851 Tage gewählt werden. Abzuziehen ist der Zeitraum des Mutterschutzes nach der Geburt, da in dieser Zeit der Kinderbetreuungsgeldanspruch ruht. Das Kinderbetreuungsgeld gebührt als Tagesbetrag und berechnet sich somit künftig individuell durch die beantragte Bezugsdauer. Wird die kürzest mögliche Bezugsdauer von 365 Tagen gewählt, so beträgt der Tagsatz € 33,88. Je länger bezogen wird, desto niedriger ist der Tagsatz. Der Mindesttagsatz beträgt € 14,53.

Die Anspruchsdauer kann später nur einmal verändert werden.

Die individuelle Festlegung der Bezugsdauer soll es Eltern erleichtern, ihre berufliche bzw. finanzielle Situation oder die Fremdbetreuungsmöglichkeiten für das Kind besser berücksichtigen zu können.

Zur einkommensabhängigen Bezugsvariante ist noch zu ergänzen, dass für dieses Modell die Zuverdienstgrenze auf max. € 6.800,-- angehoben wurde.

Härtefallverlängerung für Alleinerziehende

Alleinerziehende können unter bestimmten Umständen den Kinderbetreuungsgeldbezug um bis zu 91 Tage verlängern. Dieser Zeitraum wird an die jeweils gewählte Anspruchsdauer dieses Elternteils angehängt.

Voraussetzung hierfür ist, dass die Identität des Vaters bekannt ist und gegen ihn mangels freiwilliger Leistung ein Antrag auf Festsetzung des Unterhalts für das Kind beim örtlich zuständigen Bezirksgericht gestellt wurde, aber noch kein tatsächlicher Unterhalt geleistet worden ist. Die ausnahmsweise Verlängerung des Kindesbetreuungsgeldbezuges gilt auch für jene Fälle, in denen der vom Gericht vorläufig zugesprochene Kindesunterhalt den Betrag von € 100,-- nicht übersteigt (hier sind noch weitere Voraussetzungen zu berücksichtigen).

Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeldkonto für Alleinerziehende

Entscheidet sich ein alleinerziehender Elternteil für die Bezugsvariante des Kinderbetreuungsgeldkontos, so besteht Anspruch auf Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld in der Höhe von € 6,06 pro Tag für längstens 365 Tage. Kein Anspruch besteht, wenn die Zuverdienstgrenze von € 6.800 überschritten wird.

Keine Ersatzleistung für Partnerschaftsbonus

Im Unterschied zu Elternpaaren, welche sich den Kinderbetreuungsgeldbezug aufteilen, besteht für Alleinerziehende keine Möglichkeit den neu geschaffenen Partnerschaftsbonus oder eine adäquate Ersatzleistung zu beantragen. Der Partnerschaftsbonus von insgesamt € 1.000 wird im Nachhinein auf Antrag an jene Eltern ausbezahlt, welche gleich lang oder annähernd gleich lang Kinderbetreuungsgeld bezogen haben.

Für nähere Auskünfte zum Kinderbetreuungsgeldbezug wird die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Krankenkasse empfohlen.

Für Versicherte der Wiener Gebietskrankenkasse: Kundencenter Kinderbetreuungsgeld

Informationen bieten außerdem die Arbeiterkammer Wien sowie das Bundesministerium für Familien und Jugend.

Unterstützung für Kinder und Jugendliche nach einer Scheidung oder Trennung der Eltern

Die Scheidung oder Trennung der Eltern kann für Kinder und Jugendliche eine starke Belastung darstellen. In vielen Fällen ist es für die Kinder förderlich und für die Eltern entlastend, wenn sich die Kinder/Jugendliche in dieser Situation auch mit außenstehenden, qualifizierten Personen austauschen können.

In Wien gibt es mehrere spezialisierte Einrichtungen, in denen KinderpsychologInnen, PädagogInnen und andere speziell ausgebildete ExpertInnen mit den betroffenen Kindern arbeiten. Es gibt auch Kleingruppenangebote, bei denen sich Kinder und Jugendliche mit ebenfalls betroffenen Gleichaltrigen austauschen können.

Die unten angeführten Angebote für Kinder und Jugendliche sind entweder kostenlos, kostengünstig oder werden zum Teil auch von der Krankenkasse übernommen.

Für Kinder und Jugendliche:

http://www.rainbows.at/bundeslaender/wien/angebot/angebote.php

http://www.die-boje.at/akuthilfe.html

Für Jugendliche:

https://www.wien.gv.at/menschen/magelf/kids/talkbox.html

http://www.rataufdraht.at/