Kontaktrecht

Mit dem am 1. Februar 2013 in Kraft getretenen Kindschafts- und Namensrechtsänderungsgesetz wurde das „Besuchsrecht“ in „Kontaktrecht“ umbenannt. Das Kindeswohl ist leitender Grundsatz in allen Angelegenheiten der persönlichen Kontakte.

Der Elternteil, der mit seinem minderjährigen Kind nicht zusammenlebt, hat ein Kontaktrecht. Das Kontaktrecht soll dem Elternteil, der das Kind nicht in seinem Haushalt betreut, die Möglichkeit geben, die dem verwandtschaftlichen Naheverhältnis entsprechende Bindung zwischen Kind und Elternteil aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu vertiefen. Es umfasst beispielsweise auch brieflichen, telefonischen und E-Mail-Kontakt. Auch Großeltern steht grundsätzlich ein Recht auf persönlichen Kontakt mit dem Enkelkind zu. Das gilt allerdings nur, wenn dadurch das Familienleben nicht gestört wird.

Im Hinblick auf das Ausmaß der persönlichen Kontakte zwischen Elternteil und Kind gibt es keine gesetzliche Regelung, vielmehr sollen die Eltern und das Kind dieses so gestalten, wie es ihren individuellen Lebensgewohnheiten und Bedürfnissen entspricht.

Es kann zwischen den Elternteilen vereinbart oder vom Gericht festgelegt werden, dass die Kontakttermine zur Gänze oder teilweise (zB. die Übergaben) von einer Person begleitet werden („Besuchsbegleitung“). BesuchsbegleiterIn kann eine Person aus dem Umfeld der Elternteile sein. Steht eine solche nicht zur Verfügung, kann man sich an Organisationen wenden, die gegen Entgelt Besuchsbegleitungen anbieten.

Eine Vereinbarung in Bezug auf das Kontaktrecht kann von beiden Elternteilen einvernehmlich geschlossen werden. Ist eine Einigung nicht möglich, kann beim zuständigen Bezirksgericht ein „Antrag auf Kontaktrechtregelung“ gestellt werden.

Navigation