Kinderbetreuungsgeld

ACHTUNG: Folgende Informationen gelten für Geburten bis zum 28.2.2017. Für alle Geburten ab 1.3.2017 gilt die neue Gesetzeslage, über die wir Sie mittels Newsletter gesondert informieren werden.

Unter folgenden Voraussetzungen besteht für jedes neugeborene Kind Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld:

 

Einkommensunabhängiges Kinderbetreuungsgeld

Variante 30+6

Eltern können das Kinderbetreuungsgeld bis zum 30. Lebensmonat des Kindes bekommen. Der Zeitraum verlängert sich bis längstens zum dritten Geburtstag, wenn der zweite Elternteil ebenfalls Kinderbetreuungsgeld bezieht. Die Höhe beträgt 14,53 Euro pro Tag oder durchschnittlich 436 Euro im Monat.

Achtung: Der arbeitsrechtliche Kündigungsschutz gilt nur 24 Monate, das Kinderbetreuungsgeld hingegen 30 Monate.

 

Variante 20+4

Das Kinderbetreuungsgeld wird bei dieser Variante bis zum 20. Lebensmonat ausgezahlt, sofern nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld bezieht. Der Zeitraum verlängert sich bis längstens zum zweiten Geburtstag, wenn der zweite Elternteil ebenfalls Kinderbetreuungsgeld bezieht. Die Höhe beträgt in diesem Modell 20,80 Euro pro Tag oder durchschnittlich 624 Euro pro Monat.

Der Vorteil dieses Modells besteht in der guten Vereinbarkeit mit der arbeitsrechtlichen Karenz, die maximal bis zum zweiten vollendeten Lebensjahr des Kindes dauert.

 

Variante 15+3

Hier wird das Kinderbetreuungsgeld bis zum 15. Lebensmonat ausgezahlt. Der Zeitraum verlängert sich bis zum 18. Lebensmonat, wenn der zweite Elternteil ebenfalls Kinderbetreuungsgeld bezieht. Die Höhe beträgt in diesem Modell 26,60 Euro pro Tag oder ca. 800 Euro pro Monat. Durch die kurze Abwesenheit ist der Wiedereinstieg in den Beruf leichter.

Die Eltern müssen bei der Antragstellung für das Kinderbetreuungsgeld auf eines der Modelle festlegen. Es gibt später keine Möglichkeit mehr, auf ein anderes Modell umzusteigen.

Der Wiedereintritt ins Erwerbsleben ist daher für viele mit dem Verzicht auf Kinderbetreuungsgeld verbunden, allerdings nur, wenn die Zuverdienstgrenze überschritten wird. Es empfiehlt sich, in den genannten Fällen unbedingt den Rat von Fachleuten einzuholen.

 

Variante 12+2

Wenn nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld bezieht, wird das Kinderbetreuunggeld bis zum 12. Lebensmonat des Kindes ausbezahlt. Bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile verlängert sich die Bezugsdauer um maximal 2 Monate. Die Höhe Beträgt pro Tag 33 Euro und runt 1000 Euro monatlich.

 

Einkommensabhängige Variante

12 Monate + 2 Monate (bei Inanspruchnahme durch beide Partner)
Bezug von 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens, mindestens 1.000 Euro und höchstens 2.000 Euro.
Der Zuverdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze ist möglich.

Anspruchsvoraussetzungen:
Für das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld muss neben den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen in den sechs Monaten vor der Geburt des Kindes eine tatsächliche sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit in Österreich ausgeübt werden. Unterbrechungen von insgesamt bis zu 14 Tagen sind irrelevant. Krankheit oder Erholungsurlaub bei aufrechtem Dienstverhältnis stellen keine Unterbrechungen dar.

Einer solchen Erwerbstätigkeit gleichgestellt sind Zeiten des Beschäftigungsverbotes (Mutterschutz) bzw. Zeiten des Wochengeldbezuges sowie Zeiten der Karenz (bis max. zum 2. Geburtstag eines Kindes), sofern in dem Zeitraum das Dienstverhältnis aufrecht ist. Ebenfalls gleichgestellt sind Zeiten der Gewährung einer Betriebshilfe oder eines Wochengeldes für Selbständige.

Bezugshöhe:
80 Prozent der Letzteinkünfte (Wochengeld), max. 66 Euro täglich (rund 2.000 Euro monatlich)

Achtung:
Erfüllt ein Elternteil das Erwerbstätigkeitserfordernis nicht, kann dieser auf die Pauschalvariante 12+2 á 33 Euro täglich umsteigen.

 

Sonderregelung für Alleinerziehende in Härtefällen

Alleinerziehende und besonders Frauen, die in einer akuten schwierigen Situation sind, erhalten in allen Bezugsvarianten zusätzlich zwei Monate länger Kinderbetreuungsgeld. Weiters sollen auch Alleinerziehende mit einem monatlichen Einkommen von unter 1.200 Euro und einem laufenden Unterhaltsverfahren für das Kind das verlängerte Kinderbetreuungsgeld erhalten.

 

Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld

Diese beträgt 6,06 Euro/Tag für ein Jahr. Voraussetzung für den Bezug der Beihilfe ist, dass das Einkommen 6.400 euro im Kalenderjahr nicht übersteigt und der Partner bzw. die Partnerin nicht mehr als 16.200 Euro/ Jahr verdient.

 

Zuverdienstgrenze

Zuverdienstgrenzen beim pauschalen Kinderbetreuungsgeld

Bei allen Varianten zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld gilt eine individuelle Zuverdienstgrenze von 60% der Letzteinkünfte. Liegen die 60% unter 16.200 Euro, gilt eine Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro pro Kalenderjahr.

Berücksichtigt werden nur die Einkünfte jenes Elternteils, der das Kinderbetreuungsgeld bezieht. Die individuelle Zuverdienstgrenze kann bei der Kinderbetreuungsstelle des zuständigen Krankenversicherungsträgers erfragt werden.

Eine ungefähre Vorabberechnung der individuellen Zuverdienstgrenze ist mit dem Kinderbetreuungsgeld-Vergleichsrechner des Bundesministerium für Familien und Jugend möglich.

 

Zuverdienstgrenzen beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld

Die Zuverdienstgrenze liegt bei 6.400 Euro. Diese Grenze wird nicht vom Brutto- oder Nettogehalt ermittelt, sondern mit einer speziellen Berechnungsmethode.  Informationen zu dieser Methode gibt ebenfalls das Bundesministerium für Familien und Jugend.

Wird die Zuverdienstgrenze überschritten, ist jener Betrag zurückzuzahlen, der die Zuverdeinstgrenze überschreitet.

 

Anspruch

Der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld beginnt mit dem Monat der Geburt. Während des Wochengeldbezuges ruht er. Mit der Geburt eines weiteren Kindes endet der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld für das ältere Kind.

Der Bezug von Kinderbetreuungsgeld ist nicht an einen Kündigungsschutz gekoppelt: Eine nicht zeitgerechte Beschäftigungsaufnahme ist ein Entlassungs- beziehungsweise Kündigungsgrund. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber hat keine Informationspflicht, dass die Arbeit wieder aufgenommen werden muss.

 

Antragstellung und Auszahlung

Das Formular für den Antrag auf Kinderbetreuungsgeld ist beim zuständigen Krankenversicherungsträger erhältlich oder unter www.help.gv.at (Amtsweg - Online/Formulare).

Der Antrag kann frühestens am Tag der Geburt gestellt werden.

Das Kinderbetreuungsgeld wird monatlich im Nachhinein auf das Konto einer inländischen Bank oder per Post ausbezahlt. Die Auszahlung ist bis zu sechs Monate rückwirkend möglich.