Kinderbetreuungsgeld

Unter folgenden Voraussetzungen besteht für jedes neugeborene Kind Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld:

Kinderbetreuungsgeldkonto (Pauschalsystem)

Die Besonderheit am Kinderbetreuungsgeldkonto ist, dass ein Elternteil innerhalb eines vorgegebenen zeitlichen Rahmens die genaue Bezugsdauer selbst bestimmen kann. Wenn nur ein Elternteil bezieht, so kann bei der Antragstellung eine Bezugsdauer zwischen mind. 365 und max. 851 Tage gewählt werden. Abzuziehen ist der Zeitraum des Mutterschutzes nach der Geburt, da in dieser Zeit der Kinderbetreuungsgeldanspruch ruht. Das Kinderbetreuungsgeld gebührt als Tagesbetrag und berechnet sich somit künftig individuell durch die beantragte Bezugsdauer. Wird die kürzest mögliche Bezugsdauer von 365 Tagen gewählt, so beträgt der Tagsatz € 33,88. Je länger bezogen wird, desto niedriger ist der Tagsatz. Der Mindesttagsatz beträgt € 14,53.

Die Anspruchsdauer kann später nur einmal verändert werden.

Die individuelle Festlegung der Bezugsdauer soll es Eltern erleichtern, ihre berufliche bzw. finanzielle Situation oder die Fremdbetreuungsmöglichkeiten für das Kind besser berücksichtigen zu können.

Einkommensabhängige Variante

365 Tage + 61 Tage (bei Inanspruchnahme durch beide Partner)
Bezug von 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens, mindestens 1.000 Euro und höchstens 2.000 Euro.

Anspruchsvoraussetzungen:
Für das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld muss neben den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen in den 182 Kalendertagen vor der Geburt des Kindes eine in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit tatsächlich und ununterbrochen ausgeübt werden. In diesen 182 Kalendertagen darf zudem neben der Erwerbstätigkeit auch keine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Weiterbildungsgeld etc) bezogen werden. Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit von insgesamt bis zu 14 Tagen sind irrelevant. Krankheit oder Erholungsurlaub bei aufrechtem Dienstverhältnis mit Lohnfortzahlung des Arbeitgebers stellen keine Unterbrechungen dar.

Einer solchen Erwerbstätigkeit gleichgestellt sind nur:

a) die an eine solche 182-tägige in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit direkt anschließenden Zeiten des Beschäftigungsverbotes (Mutterschutz) sowie Zeiten der Elternkarenz (bis max zum 2. Geburtstag eines Kindes) nach dem MSchG/VKG, sofern in dem Zeitraum das Dienstverhältnis aufrecht ist.

b) die an eine solche 182-tägige in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit

» direkt anschließenden Zeiten der Gewährung einer Betriebshilfe oder eines Wochengeldes für Selbständige, sofern die Tätigkeit währenddessen nicht beendet wird (daher wird das Erwerbstätigkeitserfordernis zB nicht erfüllt, wenn die Tätigkeit beendet, das Gewerbe abgemeldet bzw bei Nichterfüllung gewisser Voraussetzungen ruhend gemeldet wird; nähere Informationen zur Ruhendmeldung siehe unter Betriebshilfe, Informationen dazu erhalten Sie bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft.)

sowie

» direkt anschließenden Zeiten der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit zum Zwecke der Kindererziehung max bis zum 2. Geburtstag des Kindes (zB vorübergehende Ruhendmeldung des Gewerbes, nicht jedoch Abmeldung).

Bezugshöhe:
80 Prozent der Letzteinkünfte (Wochengeld), max. 66 Euro täglich (max. rund 2.000 Euro monatlich)

Achtung:
Beide Elternteile sind an das beantragte System des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgelds gebunden. Erfüllt ein Elternteil nicht das Erwerbstätigkeitserfordernis, so gebührt bei Erfüllung sämtlicher anderer Anspruchsvoraussetzungen auf Antrag ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld in Höhe von 33,88 Euro täglich

Sonderregelung für Alleinerziehende in Härtefällen

Alleinerziehende, welche das pauschale Kinderbetreuungsgeld beziehen, können unter bestimmten Umständen den Kinderbetreuungsgeldbezug um bis zu 91 Tage verlängern. Dieser Zeitraum wird an die jeweils gewählte Anspruchsdauer dieses Elternteils angehängt.

Voraussetzung hierfür ist, dass die Identität des Vaters bekannt ist und gegen ihn mangels freiwilliger Leistung ein Antrag auf Festsetzung des Unterhalts für das Kind beim örtlich zuständigen Bezirksgericht gestellt wurde, aber noch kein tatsächlicher Unterhalt geleistet worden ist. Die ausnahmsweise Verlängerung des Kindesbetreuungsgeldbezuges gilt auch für jene Fälle, in denen der vom Gericht vorläufig zugesprochene Kindesunterhalt den Betrag von € 100,-- nicht übersteigt (hier sind noch weitere Voraussetzungen zu berücksichtigen).

Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld

Alleinerziehende, die Anspruch auf pauschales Kinderbetreuungsgeld haben - und nicht mehr als 6.800 Euro (ab 2017) im Kalenderjahr verdienen, können eine Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld in Höhe von 6,06 Euro pro Tag beantragen. Bei Bezug von einkommensabhängigem Kinderbetreuungsgeld gebührt keine Beihilfe! Die Beihilfe gebührt höchstens für die Dauer von 365 Tagen ab erstmaliger Antragstellung und nur solange Anspruch auf das pauschale Kinderbetreuungsgeld besteht.

Zuverdienstgrenzen

Zuverdienstgrenzen beim pauschalen Kinderbetreuungsgeld (KBG-Konto)

Während des Bezugs von pauschalem Kinderbetreuungsgeld (KBG-Konto) darf der jährliche Zuverdienst bis zu 60 Prozent der Letzteinkünfte betragen (= individuelle Zuverdienstgrenze). Kann die individuelle Zuverdienstgrenze nicht ermittelt werden oder liegt die ermittelte Zuverdienstgrenze unter 16.200 Euro, so gilt in diesem Fall eine Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro pro Kalenderjahr.

Die Letzteinkünfte werden aus dem Steuerbescheid aus dem Kalenderjahr vor der Geburt, in dem kein Kinderbetreuungsgeld bezogen wurde (= individuelle Zuverdienstgrenze), beschränkt auf das drittvorangegangene Jahr, ermittelt. Falls in allen drei Jahren vor der Geburt Kinderbetreuungsgeld bezogen wurde, ist somit das drittvorangegangene Jahr das relevante Kalenderjahr.

Nähere Informationen:

Zuverdienstrechner zum Kinderbetreuungsgeld

Zuverdienstgrenzen beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld

Die Zuverdienstgrenze liegt bei 6.800 Euro (ein geringfügiges Dienstverhältnis etwa wäre zulässig).

Nähere Informationen:

Zuverdienstrechner zum Kinderbetreuungsgeld

Anspruch

Der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld beginnt mit dem Monat der Geburt. Während des Wochengeldbezuges ruht er. Mit der Geburt eines weiteren Kindes endet der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld für das ältere Kind.

Der Bezug von Kinderbetreuungsgeld ist nicht an einen Kündigungsschutz gekoppelt: Eine nicht zeitgerechte Beschäftigungsaufnahme ist ein Entlassungs- beziehungsweise Kündigungsgrund. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber hat keine Informationspflicht, dass die Arbeit wieder aufgenommen werden muss.

Antragstellung und Auszahlung

Das Formular für den Antrag auf Kinderbetreuungsgeld ist beim zuständigen Krankenversicherungsträger erhältlich oder unter www.help.gv.at (Amtsweg - Online/Formulare).

Der Antrag kann frühestens am Tag der Geburt gestellt werden.

Das Kinderbetreuungsgeld wird monatlich im Nachhinein auf das Konto einer inländischen Bank oder per Post ausbezahlt. Die Auszahlung ist bis zu sechs Monate rückwirkend möglich.

Nähere Informationen:

Infoline Kinderbetreuungsgeld des Bundeskanzleramts - Frauen, Familien und Jugend:
Tel: 0800 240 014

Bundeskanzleramt - Frauen, Familien und Jugend

Kinderbetreuungsgeld-Online-Rechner

Arbeiterkammer Wien

Wiener Gebietskrankenkasse