Gerichtliche Regelung - persönlicher Kontakt

Gesetzlich ist vorgesehen, dass jeder Elternteil eines minderjährigen Kindes mit dem Kind eine persönliche Beziehung einschließlich der Kontakte zu pflegen hat.

Können sich Eltern hinsichtlich der Kontakte nicht einigen, entscheidet auf Antrag eines Elternteils oder des Kindes das Gericht. Dabei wird auf das Kindeswohl sowie das Alter des Kindes Bedacht genommen. Falls das Gericht es für nötig hält, wird ein Bericht der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MAG ELF) und/oder ein kinderpsychologisches Gutachten eingeholt. Jugendliche ab 14 Jahren können den Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil ablehnen.

Beide Elternteile haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigen könnte. Wenn sie die Kontaktregelung boykottieren, kann das Gericht Beugestrafen verhängen. Im Extremfall kann ihnen die Obsorge entzogen werden. 

Das Gericht kann den Kontakt gegebenenfalls einschränken, vorübergehend aussetzen oder untersagen, wenn das Wohl des Kindes gefährdet oder beeinträchtigt erscheint.

Das Gericht kann im Verfahren zur Regelung des Rechts auf persönliche Kontakte die Familiengerichtshilfe als Besuchsmittlerin einsetzen. Diese hat die Aufgabe, sich mit den Eltern über die konkrete Ausübung der persönlichen Kontakte zu verständigen und bei Konflikten zu vermitteln. Sie hat auch das Recht, bei der Übergabe des Kindes im Zuge eines Kontaktes anwesend zu sein und berichtet dem Gericht auf dessen Ersuchen über ihre Wahrnehmung bei der Durchführung der persönlichen Kontakte.