Erbrecht

Jeder Mensch hat das Recht, sein Vermögen oder Teile davon zu vererben, wem immer er will. Nächste Angehörige haben in jedem Fall einen Pflichtteilsanspruch, nicht aber LebensgefährtInnen oder Geschiedene.
Im Erbrecht sind eheliche und uneheliche Kinder gleichgestellt.

Seit dem Familien- und Erbrechts-Änderungsgesetz 2004 (FamErbRÄG 2004) ist es keine Voraussetzung des Erbanspruches mehr, dass das Vaterschaftsanerkenntnis noch zu Lebzeiten des Verstorbenen festgestellt wurde. Der Beweis der Abstammung vom Verstorbenen (insbesondere durch DNS-Gutachten) ist zeitlich unbeschränkt möglich.

Die einzige zeitliche Begrenzung liegt darin, dass eine Vaterschaftsfeststellung lediglich aufgrund einer gesetzlichen Vermutung (d.h. ohne DNS-Gutachten) nach Ablauf von zwei Jahren nach dem Tod des Mannes nicht mehr zulässig ist, außer wenn dieser Nachweis aus Gründen, die "auf Seiten des Mannes" liegen, innerhalb dieser Zeitspanne nicht möglich war.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten zu erben, durch testamentarische oder gesetzliche Erbfolge.

Gesetzliche Erbfolge

Hat die oder der Verstorbene kein Testament hinterlassen oder nur über einen Teil des Vermögens testamentarisch verfügt, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Für Kinder bedeutet das, dass sie

Unter den Kindern wird der ihnen zustehende Nachlass zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Anspruch auf den Pflichtteil

Wenn die oder der Verstorbene ein Testament hinterlassen hat, in dem die Kinder nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden, dann steht diesen trotzdem ein Pflichtteil zu. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Minderung des Pflichtteils

Wenn zwischen einem Elternteil und seinem Kind zu keiner Zeit ein familiäres Naheverhältnis bestanden hat, kann der Pflichtteil auf die Hälfte reduziert werden. Betroffen von der Minderung des Pflichtteils sind in der Realität vor allem unehelich geborene Kinder, die bei der Mutter leben und keinen Kontakt zum Vater hatten.

Nähere Informationen

Rechtsanwaltskammern

Österreichischer Rechtsanwaltskammertag (ÖRAK)

Die Rechtsanwaltskammern Österreichs bieten in jedem Bundesland eine so genannte "Erste Anwaltliche Auskunft" an.

Notariatskammer

Die österreichische Notariatskammer ist die Standesvertretung der Notarinnen und Notare sowie Notariatskandidaten und -kandidatinnen.

Die Notariatskammer bietet auf ihren Internetseiten umfassende rechtliche Informationen und Tipps und eine erste unentgeltliche Auskunft  an.