Einvernehmliche Regelung - persönlicher Kontakt

Das tatsächliche Ausmaß der Kontakte sollen laut Gesetz Eltern und Kind einvernehmlich regeln.

In der Praxis reichen diese Regelungen von einmaligem Kontakt pro Monat bis zu Regelungen, bei denen das Kind die halbe Zeit bei der Mutter und die halbe Zeit beim Vater verbringt (Doppelresidenz).

Kinderpsychologinnen und -psychologen empfehlen bei sehr kleinen Kindern häufige, aber kurze Kontakte (zB. 1-2 Mal pro Woche für 3 - 4 Stunden). Bei größeren Kindern werden häufig ganze Wochenenden vereinbart. Um die Intervalle zwischen den Wochenenden kleiner zu halten, wird öfters - zumindest in den Wochen in denen das Kind das Wochenende nicht beim anderen Elternteil verbringt - ein Kontakt während der Woche vereinbart. Solche Termine während der Woche mit oder ohne Nächtigung können nur unter Berücksichtigung der beruflichen Verpflichtungen der Eltern und der schulischen oder sonstigen Verpflichtungen der Kinder gestaltet werden. Im Gesetz ist nunmehr ausdrücklich angeführt, dass die Kontaktzeiten sowohl Freizeit als auch Betreuung im Alltag des Kindes umfassen sollen.

Es ist sinnvoll, das Ausmaß des Kontaktrechts genau festzulegen, einschließlich des Kontakts in der Ferienzeit. Solche Regelungen vermeiden späteren Ärger. Beispielsweise kann es hilfreich sein, genau festzulegen, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit das Kind abzuholen und wiederzubringen ist. Weiters sollte geklärt sein, ob Ersatztermine vorzusehen sind, wenn der kontaktberechtigte Elternteil die getroffene Regelung nicht einhält oder wenn das Kind beim regulären Besuchstermin krank oder auf Urlaub ist, oder ob der Kontakt in diesen Fällen entfallen soll.