Beziehung zum getrennt lebenden Elternteil

Oft ist vom "Recht des Kindes auf beide Eltern" die Rede. Zweifellos ist es für das Wohlbefinden von Kindern das Beste, wenn sie nach einer Scheidung oder Trennung zu beiden Elternteilen eine gute Beziehung aufrecht erhalten können. Das ist nur möglich, wenn die getrennt lebenden Eltern sich ihrer Verantwortung als Eltern bewusst sind und ihre persönlichen Konflikte nicht auf dem Rücken der Kinder austragen. Knapp die Hälfte der Kinder hat drei Jahre nach der Trennung der Eltern keinen oder kaum noch Kontakt mit dem getrennt lebenden Elternteil. 

Nicht selten scheitert der Kontakt zwischen dem getrennt lebenden Elternteil (speziell mit dem Vater) und dem Kind auch daran, dass dieser nie eine tragfähige Beziehung zum Kind aufgebaut hat. Die Mutter war schon in aufrechter Beziehung im Grunde Alleinerzieherin. 

Holen Sie sich zeitgerecht von kompetenter Seite Rat und Hilfe. Damit können Sie dem Kind den zweiten Elternteil als Bezugsperson erhalten. Eine Reihe von Einrichtungen unterstützen bei der Mediation.

Nicht leibliche Bezugspersonen

Manchmal ist es nicht möglich, den Kontakt zum anderen Elternteil aufrecht zu erhalten. Kinder brauchen vor allem eines: Personen, die auf ihre Bedürfnisse eingehen. Das müssen nicht unter allen Umständen die leiblichen Eltern sein:

"Ein Kind leidet nicht zwangsläufig darunter, wenn es von einer Bezugsperson, zum Beispiel vom Vater, verlassen wird. Es leidet dann darunter, wenn die Bedürfnisse, die der Vater bisher befriedigt hat, durch andere Bezugspersonen nicht befriedigt werden können, und wenn es auf Erfahrungen verzichten muss, die es mit dem Vater machen konnte und die mit anderen Bezugspersonen nicht mehr möglich sind. Was für den Vater gilt, trifft auch auf die Mutter und jede andere Bezugsperson zu. Wenn jedoch andere Bezugspersonen den Verlust des Vaters oder selbst der Mutter ausreichend ausgleichen, kann es sogar sein, dass das Kind in seinem Wohlbefinden kaum beeinträchtigt wird."

(Largo/Czernin: Glückliche Scheidungskinder, München 2003)

Bedeutung von Bezugspersonen