Arbeitnehmerveranlagung

Bei der Arbeitnehmerveranlagung (früher Lohnsteuer-Ausgleich genannt) wird die Steuer vom Finanzamt neu berechnet. Dabei können Sie den Alleinerzieherabsetzbetrag, Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und den Mehrkindzuschlag zur Familienbeihilfe geltend machen. So können Sie Geld vom Finanzamt zurückholen.
Für freie DienstnehmerInnen und "Neue Selbständige" besteht diese Möglichkeit nicht.
Der Antrag kann bis zu fünf Jahre rückwirkend gestellt werden.

Ab dem Veranlagungsjahr 2016 erfolgt die Arbeitnehmerveranlagung antragslos, d.h. automatisch, wenn sich auf Grundlage der bekannten Höhe der nichtselbstständigen Einkünfte eine Steuergutschrift ergibt.

Steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung

Kinderbetreuungskosten im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung können lohnsteuerbasismindernd als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Absetzbar sind Betreuungskosten bis höchstens 2.300 Euro pro Jahr und Kind bis zum zehnten Lebensjahr.

Alleinerziehende können Kinderbetreuungskosten inklusive Verpflegung auch für ein Kind, das älter als zehn Jahre ist, absetzen. Sind die Betreuungskosten aber höher als 2.300 Euro, kann die Differenz bis zur Vollendung der Schulpflicht als außergewöhnliche Belastung mit Selbstbehalt abgeschrieben werden, wenn man alleinerziehend ist. 

Wenn sich die Elternteile die Betreuungskosten für ein Kind teilen, können diese auch bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung aufgeteilt werden und zwar in dem Verhältnis, in dem die Eltern die Kosten getragen haben.

Auch die Betreuung eines Kindes durch seine Großmutter oder seinem Großvater ist steuerlich absetzbar. Voraussetzung ist, dass diese nicht im gemeinsamen Haushalt mit Eltern(teil) und Kind wohnen und eine entsprechende Ausbildung vorweisen können. 

Mit dem Formular L1k können Sie folgende Ausgaben („außergewöhnliche Belastungen“) in die ArbeitnehmerInnenveranlagung miteinbeziehen:

 

Pflichtveranlagung: Wann Sie eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen müssen

Manche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen eine Pflichtveranlagung durchführen. Zum Beispiel, wenn sie zwei oder mehrere Bezüge aus Dienstverhältnissen oder Pensionen bezogen haben. Wenn in einem Kalenderjahr Krankengeld oder Beitragsrückerstattungen bezogen wurden, besteht ebenfalls eine Pflicht zur Arbeitnehmerveranlagung.

Achtung: Ab dem Veranlagungsjahr 2016 erfolgt die Arbeitnehmerveranlagung antragslos, d.h. automatisch, wenn sich auf Grundlage der bekannten Höhe der nichtselbstständigen Einkünfte eine Steuergutschrift ergibt.

Negativ-Steuer

Manche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - wie Lehrlinge, geringfügig Beschäftigte, mitunter auch Teilzeitbeschäftigte - verdienen so wenig, dass keine Steuern zu zahlen sind. Nachdem sie aber Beiträge zur Sozialversicherung zahlen, konnten sie sich bisher zehn Prozent der bezahlten Sozialversicherungsbeiträge als sogenannte Negativsteuer zurückholen. Das gilt auch für geringfügig Beschäftigte, die sich freiwillig in der Kranken- und Pensionsversicherung versichern. Die Negativsteuer betrug bislang maximal 110 Euro pro Jahr.

Achtung: Ab dem Veranlagungsjahr 2016 gelten erhöhte Beträge für die sogenannte Negativsteuer:

Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, die aufgrund ihres geringen Einkommens nicht der Steuerpflicht unterliegen, erhalten ab der Veranlagung für das Jahr 2016 im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung eine Gutschrift in Höhe von 50 Prozent bestimmter Werbungskosten (insbesondere von Sozialversicherungsbeiträgen), maximal jedoch 400 Euro (Sozialversicherungserstattung). Der Erstattungsbetrag erhöht sich von 400 Euro auf maximal 500 Euro, wenn die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer aufgrund des geringen Einkommens keine Lohnsteuer zahlt und Anspruch auf eine Pendlerpauschale hat. Diese Regelung ersetzt den bisher geltenden Pendlerzuschlag.
Damit Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmermit geringem Einkommen bereits im Jahr 2015 von der Neuregelung profitieren, werden der maximale Erstattungsbetrag für das Veranlagungsjahr 2015 von 110 Euro auf 220 Euro und der Prozentsatz von 10 Prozent auf 20 Prozent angehoben. Für Pendlerinnen/Pendler beträgt die Gutschrift für das Jahr 2015 höchstens 450 Euro statt bisher 400 Euro; der Prozentsatz wird von 18 Prozent auf 36 Prozent angehoben.

Antragstellung

Der Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung wird mit dem Formular L1 beim Wohnsitzfinanzamt eingebracht. 
Er kann auch online erfolgen: finanzonline - Steuererklärung per Mausklick  (Bundesministerium für Finanzen)
Steuer & Geld: Formular - Musterbriefe (Downloads zur Arbeitnehmerveranlagung)

Achtung: Ab dem Veranlagungsjahr 2016 erfolgt die Arbeitnehmerveranlagung antragslos, d.h. automatisch, wenn sich auf Grundlage der bekannten Höhe der nichtselbstständigen Einkünfte eine Steuergutschrift ergibt.

Weitere Informationen

Steuern und Einkommen - Lohnt sich die Arbeitnehmerveranlagung für Sie?
10 Schritte zur Arbeitnehmerveranlagung (Arbeiterkammer Wien)
Österreichischer Gewerkschaftsbund
Steuerplattform für Unternehmen
Steuerplattform für ArbeitnehmerInnen
Bundesministerium für Finanzen
Steuervorteile für Familien