Adoption

Grundsätzlich können Ehepaare oder Einzelpersonen (Alleinstehende, in einer Lebensgemeinschaft lebende Personen oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebende Personen) ein Kind adoptieren. Ausschließlich innerhalb der Ehe können Paare gemeinsam ein Kind adoptieren. In allen anderen Fällen ist nur eine Einzelperson zur Adoption berechtigt. Diese Unterscheidung ist wesentlich für die rechtlichen Wirkungen der Adoption.

Der gerichtlich bewilligte Adoptionsvertrag begründet zwischen Adoptivvater und/oder Adoptivmutter und deren Nachkommen und dem Adoptivkind die gleichen Rechte, wie sie durch Abstammung begründet werden. Nur wenn ein Ehepaar ein Kind adoptiert, gehen die Rechte beider leiblichen Elternteile auf die Adoptiveltern über. Ansonsten bleiben die familienrechtlichen Beziehungen des leiblichen Elternteils zum Kind aufrecht, wenn eine Adoption des Kindes durch die gleichgeschlechtliche Partnerin/den gleichgeschlechtlichen Partner dieses Elternteils erfolgt. Kein Verwandtschaftsverhältnis kommt in beiden Fällen zu den übrigen Verwandten zustande. Im Verhältnis zu den leiblichen Eltern und deren Verwandtschaft ändert sich im Erbrecht durch die Adoption nichts. Ein Adoptivkind erbt daher nach der gesetzlichen Erbfolge doppelt, d.h. im Falle einer Adoption durch ein Ehepaar sowohl bei Ableben seiner leiblichen Eltern als auch bei Tod der Adoptiveltern.

Seit 1. August 2013 ist die Stiefkindadoption auch für gleichgeschlechtliche Paare möglich. Rechtlich bleiben die familienrechtlichen Beziehungen des leiblichen Elternteils zum Kind aufrecht, wenn eine Adoption des Kindes durch die gleichgeschlechtliche Partnerin/den gleichgeschlechtlichen Partner dieses Elternteils erfolgt.

weiterführende Informationen:

Adoptiv- und Pflegefamilien (MAG ELF)

Eltern für Kinder Österreich

Newsletter (Mai 2015)